TELEFON: +49 6227 3 999 607 - Mo. bis Fr., 09:00 bis 19:00 Uhr, Sa. 11:00 bis 14:00 Uhr

28. Mai 2014

�Wir haben Angst vor Google�

Hört auf zu jammern und lasst Euch selber etwas einfallen!

Leserbrief zu http://www.tagesschau.de/wirtschaft/google578.html

 

„Wir haben Angst vor Google“. Diese Aussage von Springer-Chef Döpfner, die unterdessen von vielen Seiten der deutschen Wirtschaft gestützt wird, halte ich für ein Armutszeugnis. Die Gründe die angegeben werden sind das Datensammeln und die monopolistische und marktbeherrschende Stellung von Google. Ist klar, dass sich die (deutsche) Wirtschaft beschwert, wenn sie viel Geld dafür ausgeben muss, sich im Rahmen von „Google AdWords“ (Googles Werbeanzeigengeschäft) die besten Anzeigenpositionen in der Suchmaschine zu sichern. Ist klar, dass Springer und andere Verlage Angst davor haben, dass ihnen Google das Geschäft mit Geschriebenem unter dem Boden wegziehen könnte. Und Google baut sein Geschäft ja sukzessive in viele Bereiche aus. „Google Glass“, eine Brille, die Informationen einblenden soll, wenn man bestimmte Dinge damit ins Visier nimmt. Zuletzt kaufte Google ein Unternehmen, welches im Bereich vernetzte Haustechnik tätig ist. Denkbar, dass Google zukünftig auch Dienste anbietet, mit denen alles Mögliche im Haus online gesteuert werden kann. Bei alledem ist es eigentlich ein verständlicher Reflex der Wirtschaft, diese übermächtige Konkurrenz der man nicht mehr Herr wird, mit Hilfe der Politik zerschlagen zu wollen.

 

Dennoch stemmen sich diese Unternehmen gegen den Fortschritt und gegen die vielen positiven Aspekte die Google mit sich bringt. Und dies schätzen in der Hauptsache all die User, die sekündlich von Google weltweit profitieren. Denn wir nutzen Google täglich in vielerlei Hinsicht:

Um nur einige Google-Dienste zu nennen.

 

Google (und weitere Dienste wie z. B. soziale Netzwerke) dürften auch einen erheblichen Anteil daran haben, dass sich die Welt demokratisiert und moralische, ethische Standards diskutiert werden und sich ggfls. etablieren. Wissen führt zu Menschenrechten, Aufklärung und Säkularisierung. Und auch hierzu tragen Internetdienste wie Google einen erheblichen Teil bei. Menschen in diktatorisch oder kommunistisch geführten Staaten können über das Internet erfahren, wie gut Demokratien funktionieren und dies auch für ihr eigenes Land einfordern, was die Machthaber unter Druck setzt.

 

Warum also soll Google zu mächtig sein?

Welche konkreten Nachteile haben wir deutschen Bürger aufgrund der Größe dieses Unternehmens schon erfahren? Und was ist, wenn man ein solches Unternehmen dann wirklich zerschlägt und damit dann auch die Möglichkeiten des Unternehmens einschränkt, viel Geld in Innovationen zu stecken oder andere Unternehmen aufzukaufen, um diese weiterzuentwickeln?

Ich halte diese Angst-Kampagne für eine durch die Wirtschaft in erster Linie aufgebauschte Hysterie, die bei uns im „NSA-geplagten“ Deutschland gut ankommt. Große Unternehmen die Daten sammeln und eine marktbeherrschende Stellung haben = Bedrohung = Wunsch nach Enteignung. Dabei würde jedes dieser Unternehmen die sich jetzt beschweren ganz genauso agieren wie Google.

 

Ich profitiere ständig von Google und fühle mich nicht bedroht. Denn ich glaube an unsere Gesetze und daran, dass der gesunde Menschenverstand von uns Bürgern und unserer Politiker dazu führen wird, dass Entwicklungen bei denen die Monopolstellung großer Unternehmen wirklich zum Nachteil von Bürgern ausgenutzt wird, politisch korrigiert werden können. Und dies sehe ich bei Google aktuell nicht. Wir befinden uns tatsächlich im „Neuland Internet“. Auch wenn es das Netz schon länger gibt, stellen uns neue Möglichkeiten und Innovationen die sich hieraus ergeben vor neue Fragestellungen und erfordern neue Lösungen im Umgang. Insofern hatte unsere Kanzlerin schon recht, als sie von Neuland sprach. Und ich finde, auf uns Bürger sollte es in erster Linie ankommen! Und nicht auf Konzerne, die jetzt Angst vor Google haben, weil sie es in der Vergangenheit verschlafen haben, rechtzeitig eigene Innovationen gegen Google auf dem Markt zu etablieren. Der Begriff „Unternehmer“ kommt von „etwas unternehmen“, hat mein Existenzgründer-Coach schon seinerzeit gesagt. Also Gas geben, liebe deutsche Wirtschaft! Eigene Innovationen dagegensetzen, anstatt zu jammern und nach Papa Kartellamt zu rufen!

 

P.S.: Die Manager-CEOs, die da jetzt jammern, dokumentieren doch damit eigentlich nur ihr eigenes Versagen im Job, oder?! Eigentlich wären da mindestens eine schlechte Beurteilung und möglicherweise sogar eine deutliche Gehaltskürzung angesagt...

 

 

Link zur vorhergehenden Seitezurück zur Übersicht     in der Seite nach oben springennach oben